Das Geschäfts- und Betriebsmodell der deutschen Banken wird seit der Finanzkrise fortlau- fend auf den Prüfstand gestellt. Der Vertrauensverlust der Kunden, die hohen Anforderun- gen der Aufsichtsbehörde, das langanhaltende Niedrigzinsumfeld und das stetige Voran- schreiten der Digitalisierung stellen Banken derzeit vor große Herausforderungen. Inwieweit das Bankengewerbe diesen gewachsen ist, bleibt allerdings abzuwarten. Dennoch ist bereits heute deutlich zu erkennen, dass einige Maßnahmen ergriffen werden, um weiterhin am Markt bestehen bleiben zu können, allerdings in einem veränderten Format. Zu den direkt sichtbaren Veränderungen gehören insbesondere die großflächigen Filial- schließungen, die Banken schon seit einigen Jahren betreiben. Im Hinblick auf die Verbes- serung der Ertrags- sowie Kostenlage, wird diese prekäre Lage voraussichtlich noch länger andauern. Die Banken nennen dabei mehrere Gründe, womit sich Standortschließungen erklären lassen. Zum einen ist es der Bankkunde selbst, der vermehrt weniger Interesse an einer Beratung vor Ort in der Filiale bekundet und damit ein Bestehen der Filialen als frag- würdig erscheinen lässt. Zum anderen sind es aber auch die unzähligen Wettbewerber, ins- besondere die des Onlinegeschäftes, die auf den ursprünglich eher traditionellen Markt der Banken drängen und somit den Wettbewerbs- und Kostendruck erhöhen. Während bei- spielsweise Onlinebanken Privatkredite zu deutlich günstigeren Konditionen anbieten kön- nen, können Banken wie zum Beispiel die Deutsche Bank aufgrund der höheren Kosten- struktur mit diesen Konditionen nicht mithalten. Die Folge: Banken, mit größeren Filialnet- zen, mehr Personal und höheren Kosten müssen sich neu orientieren und Sparmaßnahmen ergreifen, um auch in der heutigen Zeit noch rentabel wirtschaften zu können. Somit gewinnt ein effektives Kostenmanagement immer mehr an Bedeutung. Dabei stehen Banken aller- dings vor einem Dilemma. Auf der einen Seite erfordert das digitale Zeitalter immer mehr Investitionen in neue Technologien, wodurch die Kosten zunächst steigen werden. Zudem lassen sich aufgrund des derzeitigen Niedrigzinsumfelds kaum noch Erträge generieren. Beide Dimensionen erschweren es, die Ertragslage der Banken wieder in einem positiven Licht erscheinen zu lassen. Dabei ist die Maßnahme Filialen zu schließen eines der offen- sichtlichsten Mittel, um auf Veränderungen im Markt zu reagieren. Dennoch ergreifen Ban- ken weitaus mehr Maßnahmen, um ihre ineffizient gewordene Kostenstruktur aufzupolieren und somit ihre Konkurrenzfähigkeit zu sichern. Hierzu zählen beispielsweise der Ausbau der IT, vermehrtes Outsourcing von Dienstleistungen und die Anpassung von Finanzlösungen an die veränderten Marktbedingungen. Im Folgenden wird zunächst der Begriff Kostenma- nagement und dessen Rolle im Finanzsektor definiert. Im darauffolgenden werden die Berei- che IT, das Outsourcing von Dienstleistungen, die Anpassung von Bankprodukten und die Regulatorik näher beleuchtet. Hierdurch soll ein Überblick über die derzeitigen Trends im Kostenmanagement von Banken gegeben werden. Abschließend folgt eine Zusammenfas- sung als Fazit sowie ein Ausblick über die möglichen zukünftigen Einflüsse auf die Trends im Kostenmanagement.
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